Dietrich Heißenbüttel

Italienische Malerei vor Giotto: Wandmalerei und Geschichte des Gebiets um Matera (Apulien/ Basilicata) bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts: Matera, Laterza, Ginosa, Gravina

Dissertation zur Erlangung des akademischen Doctor philosophiae (Dr. phil.) vorgelegt an der Philosophischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
verteidigt am 27.01.2000

Abstract
Die Arbeit erstellt erstmals einen umfassenden Katalog der noch zahlreich erhaltenen mittelalterlichen Wandbilder der Orte Matera, Laterza, Ginosa und Gravina im Grenzgebiet der süditalienischen Provinzen Apulien und Basilicata. Angesichts üblicher Zuordnungen in den Bereich byzantinischer Malerei versucht sie einerseits, auf dem Wege einer Diskursanalyse die Grenzen einer solchen Kategorisierung aufzuzeigen. Andererseits bietet sie mit einer umfangreichen Aufarbeitung der mittelalterlichen Geschichte Materas erstmals eine verlässliche Grundlage für eine genauere historische Lokalisierung der Malerei. Sämtliche Wandbilder werden in Wort und Bild ausführlich vorgestellt, ergänzt durch Grundriss-Skizzen der zumeist kleinen Höhlenkirchen und Lagepläne, welche die Standorte der Kirchen im Bereich der vier mittelalterlichen Ortschaften aufzeigen. Eine zusammenfassende Auswertung der Einzelergebnisse untersucht Fragen von Stil und Datierung, das Verhältnis von Wand- und Tafelmalerei, die Funktion der Kirchen und der Wandbilder sowie die Rolle von Maler und Auftraggeber. Ein kommentiertes Verzeichnis sämtlicher dargestellten Heiligen dient als Ausgangspunkt einer historischen Deutung der einzelnen Wandbilder in ihrem jeweiligen historischen und topografischen Kontext.

The present study examines for the first time all the numerous extant medieval wallpaintings in and around the towns of Matera, Laterza, Ginosa and Gravina in the borderland of the southern italian provinces of Apulia and Basilicata. In view of the usual attribution to the realm of byzantine painting, the limits of this concept are checked on the one hand by an analysis of the categories of art historical discourse; on the other, a comprehensive study of the medieval history of Matera serves as a basis for a more precise historical localization. Written descriptions and photos of every single wall painting are accompanied by ground plans of the rock churches in which the paintings are prevalently preserved as well as plans and written examination of the historical surroundings of the four medieval towns. A summary evaluation examines dating and style, the relation between icons and wallpainting, the function of the churches and paintings and the role of the artist and the commissioner. An annotated inventory of the pictured saints serves as a basis for an interpretation of the paintings within their historical and topographical context.

Keywords:
Byzantinische Malerei, Ikone, Kultbild, Wandmalerei, Höhlenkirche, Anjou, Ortsgeschichte, Topografie, Diskursanalyse, Königreich Sizilien

Byzantine painting, icon, saint, wall painting, rock church, Anjou, local history, topography, discourse analysis, Kingdom of Sicily

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Inhaltsverzeichnis
Titelblatt, Inhalt (1,1-4)
Weltkulturdenkmal Matera und die Malerei des romanischen Apulien (5-12)
I. Perspektiven, Voraussetzungen (13-76)
II. Katalog: Mittelalterliche Wandmalerei in Matera, Laterza, Ginosa, Gravina (bis Mitte 14. Jahrhundert) (77-192)
III. Auswertung (193-287)
Literatur und Quellen (288-312)
Bildteil (69 Seiten, 106,4 MB)