Gerrit Verena Götze

Folgezustände nach Anwendung der "Midfacial degloving"-Technik

Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Medizin (Dr. med.) vorgelegt an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
verteidigt am 14.04.2005

Abstract
Hintergrund: Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es festzustellen, ob die aufwändige Weichteil- und Knochenpräparation des "Midfacial degloving", insbesondere am wachsenden Schädel und Gesicht, zu unerwünschten Langzeitfolgen führt, die gegebenenfalls den Vorteil der Vermeidung sichtbarer Narben relativieren könnten. Das Verfahren kann als erweiterte sublabiale Rhinotomie verstanden werden. Durch sie wird ein übersichtlicher, beidseitiger Zugang zu den Nasenhaupthöhlen, den Nasennebenhöhlen, dem Nasopharynx, dem retromaxillärem Raum sowie der Schädelbasis und dem Clivus ermöglicht. Durch die Schnittführungen werden keine äußerlich sichtbaren Narben hinterlassen.
Methodik: Aus der HNO-Klinik der Martin-Luther-Universität Halle -Wittenberg konnten für den Zeitraum von 1993 - 1998 die Daten von 11 Patienten und aus der HNO-Klinik des Klinikum Benjamin-Franklin der Freien Universität Berlin für die Zeit von 1987 - 1993 die Ergebnisse von 5 Patienten für die Auswertung herangezogen werden. Zur Beurteilung des therapeutischen Erfolges erfolgte die Befragung sowie die klinische und apparative Nachuntersuchung in einem zeitlichen Abstand von 14 bis 116 Monaten postoperativ.
Ergebnisse: Als Folgeerscheinungen fanden sich Hypästhesien (7/11) im Bereich des Nervus infraorbitalis, das Auftreten einer Naseneingangsstenose (1/11) und einer postoperativ veränderten äußeren Nasenform (1/11). Bei zwei Patienten wurde eine Tränennasenwegsstenose (2/11) festgestellt.
Fazit: Das "Midfacial degloving" stellt damit eine wichtige Alternative zu transfazialen Zugangswegen dar, nicht nur auf grund der guten Übersicht des Operationsfeldes sondern auch aufgrund der ausgezeichneten kosmetischen Resultate und der geringen Langzeitkomplikationsrate.

Backround: The aim was the discovering of possible complications after the special and complex operation technique "midfacial degloving". This is an extended sublabial rhinotomy. It permits good bilateral access to the nasal and paranasal cavities, nasopharynx, the base of the skull and the clivus. The midface degloving approach is a method without visible facial scar.
Methods: The midfacial degloving approach was applied in 16 patients from 1987 - 1998. 11 patients were operated in the ORL-Hospital of the Martin-Luther-University Halle-Wittenberg. 5 patients were treated in the hospital Benjamin-Franklin Berlin in the same way. Follow-up ranged from 14 to 116 months after intervention.
Results: Complications included hypesthesia (7 / 11 cases), vestibular stenosis (1 / 11 case), change of the nasal tip (1 / 11 case), and stenosis of the nasolacrimal duct (2 / 11 cases).
Conclusions: The midfacial degloving approach is an important alternative to transfacial resection because of the good overview of the surgical field, the good cosmetical results and the low rate of postoperative complications.

Keywords:
"Midfacial degloving ", laterale Rhinotomie, Nebenhöhlentumoren, postoperative Komplikationen,kraniofaziale Resektion, Schädelbasischirurgie

Midfacial degloving, lateral rhinotomy, paranasal sinus neoplasms, postoperative complications, craniofacial resection, skull base surgery

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Inhaltsverzeichnis
Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Referat (1-4)
1. Einleitung (5)
2. "Midfacial degloving" (6-10)
3. Fragestellung (11)
4. Material und Methodik (11-48)
5. Resultate (49-59)
6. Diskussion (60-72)
7. Zusammenfassung (73-74)
8. Literaturverzeichnis (75-78)
9. Verzeichnis der Abbildungen (79)
10. Verzeichnis der Tabellen (80)
Abkürzungsverzeichnis (81)
Thesen (82)
Publikationen