Hans Christoph Alexander Drunkenmölle

Der Einfluss der Angiogenese auf die Prognose des lokal begrenzten Nierenzellkarzinoms

Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Medizin (Dr. med.) vorgelegt an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
verteidigt am 20.12.2006

Abstract
Derzeitig etablierte Prognosefaktoren sind nicht in jedem Fall in der Lage, den Krankheitsverlauf von Patienten mit lokal begrenzten Nierenzellkarzinomen exakt vorherzusagen.
In dieser Arbeit wurde die Mikrogefäßdichte, als Parameter der Angiogenese, auf ihre prognostische Bedeutung beim lokal begrenzten, klarzelligen Nierenzellkarzinom untersucht. Dazu wurden die klinischen und histologischen Daten von 61 Patienten, die im Zeitraum 1991 bis 1995 nephrektomiert wurden, verwendet.
Nach immunhistochemischer Markierung mit dem monoklonalen Antikörper CD 31 wurde die Mikrogefäßdichte manuell und computergestützt gemessen.
Die Mikrogefäßdichte war in schlecht differenzierten Nierenzellkarzinomen niedriger als in gut differenzierten. Die computergestützte Analyse zeigte eine niedrigere Vaskularisation in pT2- als in pT1a- und pT1b-Tumoren. Nierenzellkarzinome mit einer primären Metastasierung hatten eine niedrige Tumorgefäßdichte als die mit einer sekundären oder diejenigen ohne Metastasierung. Patienten mit gut vaskularisierten Tumoren, die sekundäre Metastasen entwickelten, hatten ein längeres progressionsfreies Intervall und ein besseres Gesamtüberleben. Es gab nur geringe Unterschiede in der 5-Jahersüberlebenswahr-scheinlichkeit von Patienten mit gut oder schlecht vaskularisierten Nierenzellkarzinomen.
Allerdings lebten Patienten mit gut vaskularisierten Tumoren innerhalb dieser 5 Jahre deutlich länger, als die mit schlecht vaskularisierten Tumoren. Es kann insgesamt ein prognostischer Vorteil für Patienten mit gut vaskularisierten Nierenzellkarzinomen angenommen werden. Als Prognosefaktor ist die Angiogenese noch nicht geeignet.

Current prognostic factors often fail to predict the patients outcome in localized renal cell carcinoma.
In this study we evaluate microvessel density (MVD), a parameter of angiogenesis, as a prognostic factor in localized, clear cell renal cell carcinoma.
The clinical and histological records of 61 patients were reviewed, who were treated with radical nephrektomy between 1991 and 1995.
The microvessel density was meassured by immunohistochemical staining with CD 31 monoclonal antibody and counted by manual and computerized image analysis.
Microvessel density was higher in low as compared with high grade tumors. Comuterized image analysis showed a lower vacularization in pT2 than in pT1a and pT1b tumors. In cases with synchronous metastases the number of microvessels was lower than in those with metachronous or no evidence of metastases. Patients with good vascularized tumors, who developed metastases, had a better progression free and overall survival.
There was only little difference in 5-year survival rates of patients with renal cell carcinomas with high vascular density and low vascular density. Otherwise patients with good vascularized tumors lived longer within these 5 years, than those with poor vascularized tumors. These data suggest, that low microvessel density could be more favourable for patients outcome. However, microvessel density was not a prognostic factor for localized, clear cell, renal cell carcinoma.

Keywords:
Nierenzellkarzinom, NZK, klarzellig, Angiogenese, Prognose, Mikrogefäßdichte

renal cell carcinoma, clear cell, Angiogenesis, Prognosis, microvessel density

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Inhaltsverzeichnis
Titelblatt, Kurzreferat, Inhaltsverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis
1. Einleitung (1-7)
2. Aufgabenstellung (7)
3. Material und Methode (8-14)
4. Ergebnisse (15-41)
5. Diskussion (42-51)
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen (52-53)
7. Literaturverzeichnis (54-70)
8. Anhang (71)
9. Thesen (72-73)