Susanne Genzel

Exekutive Funktionen und Arbeitsgedächtnis in Abhängigkeit von emotional bedeutsamen Reizen bei depressiven Patienten

Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Medizin (Dr. med.) vorgelegt der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
verteidigt am 11.02.2008

Abstract
Fragestellung: In der vor liegenden Arbeit wurde untersucht, ob bei depressiv erkrankten Menschen Dysfunktionalitäten in den Bereichen Exekutivfunktionen und Arbeitsgedächtnis vorliegen. vorliegenden Dysfunktionen und emotional geprägten Reizen, welche im Rahmen der durchgeführten Testung zum Einsatz kamen, untersucht.
Methoden: Die vorliegende Untersuchung entstammt einer von Januar 2003 bis Juni 2005 durchgeführten Studie, welche emotional-kognitive Prozesse bei psychiatrischen Störungsbildern an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg untersucht. Es wurden Patienten mit einer depressiven Episode, mit einer nach Alter und Geschlecht parallelisierten gesunden Kontrollgruppe verglichen. Die Patienten wurden über die Klink oder Institutsambulanz der Klinik rekrutiert. Die diagnostische Einordnung erfolgte streng nach der ICD-10. Insgesamt erfolgte die Erhebung der Befunde in zwei Untersuchungseinheiten. In der Ersten wurde das strukturierte klinische Interview des DSM IV zur Stellung der Forschungsdiagnose durchgeführt. Im zweiten Teil erfolgte die Personal-Computer gestützte Testung. In der letzten Untersuchungseinheit erfolgte die Durchführung der Papier-Bleistift-Verfahren.
Ergebnisse: Es bestehen Defizite in der Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses depressiver Patienten im Vergleich zu Gesunden. Diese bestehenden Beeinträchtigungen sind im Zusammenhang mit unterschiedlichen emotionalen konnotationen des verwendeten Reizmaterials zu sehen. In Bezug auf Testung der Exekutivfunktionen unter emotionalen Testbedingungen zeigen sich in der vorliegenden Arbeit klare Belege dafür, dass bei Depressiven die Leistung der Exekutivfunktionen vom emotionalen Gehalt des verwendeten Materials abhängig ist.
Schlussfolgerung: Die hier vorgelegte Arbeit unterstützt die Annahme, das Zusammenhänge zwischen Ausmaß der untersuchten Beeinträchtigungen von Exekutivfunktionen bzw. Arbeitsgedächtnis und dem emotionalen Gehalt (Konnotation) des zur Testung verwendeten Reizmaterials bestehen.

Question: In the present study was to investigate whether depressive patients have dysfunctions in the areas of executive functions and working memory. In particular, the question of links between the present level of impairment and emotional stimuli influenced.
Method: Data were collected from a study at the clinic of psychiatry and psychotherapy at the Martin Luther University Halle/Wittenberg from 2003 to 2005, the issue emotional-cognitive processes for psychiatry disorder images. For diagnosis ICD-10 criteria were strictly applied. Groups were matched for age and sex. The finding at the survey was conducted in three test-units. First, we collected the SKID I for drawing up the research diagnosis. Secondly the pc-based test and third we introduced the paper-pencil method.
Results: Under emotional test conditions is a clearly relationship between the emotional contest of an appeal and subsequent deterioration in the executive functions and working memory.
Conclusion: The study presented the assumption that connections between investigated the exent of damage executive functions and working memory and the emotional contest of stimulus, used for testing.

Keywords:
Depressive Störung, depressive Episode, emotional-kognitive Prozesse, emotionaler Reiz, Exekutivfunktionen, Arbeitsgedächtnis, SKID I, Papier und Bleistift-Test, Konnotation, Dysfunktion

Depressive disorder, depressive episode, emotional-cognitiv processes, emotional stimuli, executiv functions, working memory, SKID I, paper-pencil method, connotation, dysfunctions

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Inhaltsverzeichnis
Titelblatt, Referat, Abkürzungsverzeichnung, Inhaltsverzeichnis (1-6)
1. Einleitung (7-28)
2. Fragestellung (29)
3. Material und Methoden (30-42)
4. Ergebnisse (43-58)
5. Diskussion (59-66)
6. Literaturverzeichnis (67-73)
7. Thesen (74-75)