Ingrid Fehlauer-Lenz

Von der übersetzten Ironie zur ironischen Übersetzung

Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doctor philosophiae (Dr. phil.) vorgelegt der Philosophischen Fakultät II der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
verteidigt am 02.07.2008

Abstract
In dieser Untersuchung wird im Rahmen des interkulturellen Übersetzens der Frage nachgegangen, wie sich das tief in Sprache und Kultur verwurzelte Phänomen Ironie übersetzen lässt. Den Ausgangspunkt bilden Überlegungen auf theoretischer Ebene: die Übersetzbarkeit von Ironie wird aus translatorischer Sicht wird erörtert und für den Begriff Ironie wird anhand seiner Begriffsgeschichte, seiner verschiedenen literarischen Gattungen, Spielarten und linguistischen und stilistischen Ausprägungen ein theortisches Gerüst aufgestellt, das den erforschten Gegenstand gleichzeitig definieren und abgrenzen soll. In der anschließenden Korpusuntersuchung werden die sprachlichen Realisierungsmöglichkeiten von Ironie zunächst in den originalsprachigen Werken und anschließend in den Translaten herausgearbeitet. Der Vergleich der Texte ergibt, dass die Zieltexte deutlich weniger ironisch als die Ausgangstexte sind. Die Analyse der angewandten Übersetzungspraxis und Übersetzungskonventionen ergibt, dass der Verlust an Ironie durch die Übersetzung nicht in der Struktur der Ironie begründet ist, sondern das Resultat der angewandten Übersetzungsstrategien. Abschließend werden Ironiemarker nach ihrer Übersetzbarkeit klassifiziert und Möglichkeiten aufgezeigt, diese unter funktionalistischen Gesichtspunkten zu übersetzen. Dadurch entsteht ein Wegweiser von der übersetzten Ironie zur ironischen Übersetzung.

This study will attempt to answer the question of how the phenomenon of irony, deeply rooted in both language and culture, lets itself be translated. The starting point is formed on a theoretical level: the translatability of irony is determined from a translator's point of view, and a theoretical framework is built for irony based on its term history, various literary genera, forms, and linguistic and stylistic characteristics. This frame should both define and limit the researched subject. In the following corpus study, irony's linguistic realization possibilities are extracted first from the work in its original language and then from the translated version. The comparison of the texts shows that the target texts are much less ironic than the source texts. The analysis of the applied translation praxis and the translation conventions shows that the loss of irony through translation does not lie in the structure of the irony, but is the result of the applied translation strategies. In the end, the irony markers are classified according to their translatability and depict possibilities to translate them with functional standpoints. Hence a guide emerges from translated irony to ironic translations.

Keywords:
Ironie, literarische Ironie, interkulturelles Übersetzen, translational turn, Funktionalismus

irony, literary irony, intercultural translation, translational turn, functionalism

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Inhaltsverzeichnis
Titelblatt, Inhaltsverzeichnis (1-4)
0 Vorwort (5)
1 Einleitung (6-28)
2 Übersetzung von Ironie (29-129)
3 Korpusuntersuchung (130-193)
4 Interkultureller Vergleich (194-231)
5 Schlussfolgerungen (232-264)
6 Zusammenfassung und Ausblick (265-269)
Anhänge (270-319)
Literaturnachweis (320-339)