Gert Matthias Schindler

Untersuchungen zur Therapie der symptomatischen Harnstauungsniere in graviditate

Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Medizin (Dr. med.) vorgelegt an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
verteidigt am 25.09.2002

Abstract
Ziel: Inhalt der vorliegenden Untersuchung ist der Versuch nachzuweisen, dass die symptomatische (pyelonephritische) Harnstauungsniere in graviditate mit der Methode der endoskopischen transurethralen Doppel-J-Katheter-Einlage eine elegante Behandlungsform hat, die bei drohender Frühgeburtlichkeit das Fortbestehen der Schwangerschaft ermöglicht und gleichzeitig bei minimaler Invasivität eine hohe Akzeptanz bei Frauen und Ärzten gefunden hat.
Methode: Zur Untersuchung standen die Daten von Patientinnen, welche wegen symptomatischer Harnstauungsniere in graviditate behandelt werden mussten. Die Auswertung erfolgte retrospektiv. Eine biostatistische Untersuchung auf signifikante Unterschiede der festgelegten Parameter zu einer zufällig gewählten Kontrollgruppe schwangerer Frauen wurde durchgeführt.
Ergebnisse: Bei 38 Frauen, darunter zwei Zwillingsschwangerschaften, konnte die Entbindung auf den Zeitraum nach der 36. Schwangerschaftswoche verschoben werden. Damit konnte elegant und wenig invasiv eine drohende Frühgeburt abgewendet werden. Alle 40 Kinder und alle Frauen konnten gesund aus dem Krankenhaus entlassen werden.
Schlussfolgerung: Die Methode der Doppel-J-Katheter-Einlage bei symptomatischer Harnstauungsniere in graviditate hat die früher üblichen operativen Behandlungsformen (Schnittoperation, Punktionsnephrostomie) ersetzt, da das Ziel der Abwendung einer möglichen Frühgeburt erreicht werden konnte.e>

Objectives: The aim of this investigation was to assess the use of pigtail ureteral catheterization in cases of acute hydronephroses in pregnancy.
Study Methods: We retrospectively identified 38 pregnant woman suffering from hydronephrosis .The indication, the procedure and the relevant results for mother and child are demonstrated.
Results: in comparison to formally performed procedures treating acute hydronephrosis in pregnancy like operative or percutaneus nephrostomy drainage, the ureteral catheterization hass much less side effects. There is no use of x-rays or general anesthesia. The patients can be treated fast, effective and without pain.Ultasound is sufficient to control the position of the ureteral catheter. Sometimes and exchange of the uretral is necessary after four weeks. The termination of pregnancy can be avoided by this procedure.
Conclusions: in all cases, the termination of pregnancy was not necessary. Only a few hours after the ureteral catheterization patients realized a relief of their discomfort. The high motivation for this method is based on the elegant videocystoscopical technique with minimal local anesthesia. The pigtail ureteral catheterization has completely displaced the invasive methods of acute hydronephrosis in pregnancy in our hospital.

Keywords:
Schwangerschaft, Harnstauungsniere; Pyelonephritis; Ureterschienung; Doppel-J-Katheter; Beeinflussung der Schwangerschaft; Vermeidung der Frühgeburt

pregnancy; hydronephrosis; pyelonephritis; ueteral stenting; pigtail catheter; double-j-catheterization;effects on pregnancy; preventing premature birth

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Inhaltsverzeichnis
Kurzreferat, Inhaltsverzeichnis, Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen
1 Einleitung (1)
2 Problemstellung (2-3)
3 Physiologie und Pathophysiologie der Niere und des Harntransportes im Verlauf der Schwangerschaft (4-32)
4 Die Behandlung der symptomatischenn Harnstauungsniere in graviditate (33-42)
5 Patientengut der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtsmedizin am Zentralklinikum Suhl gGMBH (43)
6 Eigene Ergebnisse (44-54)
7 Wertung der eigenen Ergebnisse im Literaturvergleich (55-56)
8 Zusammenfassung (57)
9 Schlussfolgerungen für die klinische Praxis (58)
10 Literaturverzeichnis (59-68)
11 Thesen (69-72)