Sebastian Mantei

Von der "Sandbüchse" zum Kommunikationsnetzwerk: Die Entwicklungsgeschichte des Post- und Telegraphenwesens in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika (1884-1915)

Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doctor philosophiae (Dr. phil.) vorgelegt an der Philosophischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
verteidigt am 01.12.2004

Abstract
Die Arbeit gibt einen Gesamtüberblick der Entwicklung des kolonialen Kommunikationsnetzwerkes, das aus den Post- und Telegraphenverbindungen bestand. Dabei finden zum einen die telegraphischen Einrichtungen Berücksichtigung. Außerdem werden auch die Entwicklungen im Eisenbahnbau, der Schifffahrt und der Philatelie berücksichtigt, die für das Postwesen eine große Rolle spielten. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf der Telegraphie. Hierbei wird herausgestellt, dass mit den kriegerischen Auseinandersetzungen gegen die Herero und Nama stärker in die kommunikative Infrastruktur investiert. Die Arbeit klärt dabei, welche Funktion das Kommunikationsnetzwerk bei der Herrschaftssicherung hatte. Dabei wird in besonderer Weise der Einsatz der kabellosen Telegraphie während des Deutsch-Namibischen Krieges gegen die afrikanische Bevölkerung herausgearbeitet. Des Weiteren bildete Südwestafrika auch ein Versuchsfeld für die Entwicklung neuer telegraphischer Geräte.
Am Ende der deutschen Kolonialzeit verfügte Südwestafrika über ein modernes Post- und Telegraphennetz, das ausschließlich für die weiße Bevölkerung zugänglich war, mit einigen Ausnahmen im Postverkehr. Die Arbeit belegt, dass der Einsatz dieses kolonialen Kommunikationsnetzwerkes zum einen die Unterdrückung der Afrikaner festigte und andererseits die weiße Herrschaft sicherte.

The dissertation is an introduction to the colonial communication network in Africa. The work gives a broad and extended overview on the development of the network, which consisted as a closely-knit web of post and telegraph offices. Besides the telegraphic institutions the focus is laid on the constant progress of railway constructions, navigation and philately. The latter in particular had played a vital role for the postal system. Though all these elements are important for the development of the communication network the main focus of this thesis lies on the telegraphic system. In this context it will be shown that due to the warfare’s against the Herero and Nama the communicative infrastructure has been rapidly built up and extended. This fact exemplifies the functions of the communication network in order to stay in power. In detail this dissertation will look at, how the wireless telegraphic system during the German-Namibian war has been used against the native Africans. At the same time it will be argued that the area of Southwest Africa has been a testing ground for telegraphic inventions.
At the end of the German colonial power Southwest Africa had a highly modern post and telegraph network, which was only accessible to white inhabitants. Only very few post offices were an exception to this rule. The dissertation will prove that the colonial communication network was an instrument to suppress the Africans and to maintain the power of the white oppressors.

Keywords:
Post, Philatelie, Eisenbahn, Telegraphie, Hererokrieg, Namakrieg, Deutsch-Südwestafrika, Kolonie

Post, Philately, railway, telegraphy, Herero War, Nama War, German South West Africa

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Inhaltsverzeichnis
Titelblatt, Inhaltsverzeichnis (1, 1-5)
1 Einleitung (6-15)
2 Theoriediskussion (16-65)
3 Methodik (65-71)
4 Geschichte des Schutzgebietes (71-77)
5 Das Postwesen in Deutsch-Südwestafrika (78-126)
6 Das Telegraphenwesen in Deutsch-Südwestafrika (126-161)
7 Der Einsatz der Telegraphie im Krieg gegen Afrikaner (162-230)
8 Zivile Nutzung der Funkentelegraphie (230-248)
9 Der Erste Weltkrieg im Schutzgebiet (249-258)
10 Zusammenfassung (259-263)
12 Quellen- und Literaturverzeichnis (265-298)
13 Anhang (299-342)