Gerd Meißner

Untersuchungen zur Qualität von Diagnostik und Therapieentscheidung bei Patienten mit operablem Nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom

Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Medizin (Dr. med.) vorgelegt an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
verteidigt am 21.02.2005

Abstract
Bei Patienten mit Bronchialkarzinom ist Langzeitüberleben nur auf Therapiemodalitäten, die die operative Therapie beinhalten, begründet. Nach den gültigen Empfehlungen richtet sich die Entscheidung über die Therapiemodalität nach dem histologischen Typ sowie nach dem Tumorstadium. Unter diesen Voraussetzungen ist es offensichtlich, dass die Qualität des Staging und der Typisierung die Qualität der medizinischen Therapie in dieser Patientengruppe bestimmt.
Der Gegenstand dieser Untersuchungen war es, die Qualität der Therapieentscheidung bei Patienten mit operablem Bronchialkarzinom zu bewerten sowie die Qualität des präoperativen Stagings von Patienten der HALLUCA-Studie zu analysieren.
Von den 1696 Patienten der HALLUCA-Studie wiesen 383 Patienten ein operables klinisches Tumorstadium auf. 54% davon wurden operiert. Bei 44% der verbleibenden Patienten wurden die Gründe für eine nicht durchgeführte Operation dokumentiert. Nach einer strukturierten Analyse der Krankenakten fehlt eine Begründung für die nicht durchgeführte Operation in 13% d.F. Diese Daten zeigen, dass nur eine differenzierte Analyse, die regionale und individuelle Aspekte berücksichtigt, valide Aussagen zur Qualität der Versorgung erbringt.
Betrachtet man die Gruppe mit klinisch nicht korrekt beurteiltem Tumorstadium, so fällt ein Anteil von 26% zu hoch und 30% zu niedrig eingeschätztem klinischen Tumorstadium auf. Der Vergleich der Güteparameter der klinischen Stadienbeurteilung hinsichtlich T- und N-Deskriptor bei den operierten Patienten zeigt, dass in der klinischen Routine die T3-Situation nicht sehr sensitiv angegeben wird. Die Güte der klinischen Routineangaben zum Lymphknotenbefall entspricht hingegen den Daten der Literatur.
Diese Analysen verdeutlichen, dass die Beurteilung der Qualität der medizinischen Betreuung realistisch ist, wenn man regionale Besonderheiten beachtet.

In patients with lung cancer long-term survival could only be achieved when surgery is part of the first line management. Tumor stage is as well as histology basis for an adequate treatment plan. Under these conditions it is obvious that the quality of the staging and typing procedures determine the quality of the medical care in this patient group.
The purpose of this investigation was to evaluate the quality of the treatment decision making in patients with operable lung cancer and to analyze the quality of the preoperative staging on the basis of patients included in the HALLUCA Study.
Of 1696 patients recruited to HALLUCA 383 patients were concerned to have clinically operable disease. 54% of them went to surgery. Of the remaining part in 44% a reason for inoperability was documented. After a structured analysis of the appropriate case report in 13% a reason for inoperability is missing. These data demonstrate the necessity to evaluate quality assurance data in these cases individually.
In the evaluation of the quality of the preoperative staging the proportion of 26% false to high and 30% false to low staged cases is remarkable. The T- and N- orientated analyses determined that especially the clinical T3 description is insensitive. The quality of the lymph node staging is in concordance with the data obtained from the literature.
These analyses show that a distinct determination of the quality of the medical care is realistically if regional specificities were considered.

Keywords:
Nichtkleinzelliges Bronchialkarzinom, diagnostische Methoden, Therapieentscheidung, operables Tumorstadium, Prognose, T-Deskriptor, N-Deskriptor

Non-small cell lung cancer, diagnostical methods, therapy decision, resectable stage, prognosis, T-descriptor, N-descriptor

Online-Dokument im PDF-Format (266 KB) mit integrierter Gliederung.

Inhaltsverzeichnis
Titelblatt, Referat, Inhaltsverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis
1 Einleitung (1-24)
2 Patienten und Methoden (25-35)
3 Ergebnisse (36-46)
4 Diskussion (47-53)
5 Zusammenfassung (54)
6 Anhang (55-64)