Juliane Irene Wünsche

Kraniale CT-Untersuchungen zur Morphologie der affektiven und schizoaffektiven Störungen unter besonderer Berücksichtigung von gemischten Verläufen

Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Medizin (Dr. med.) vorgelegt an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
verteidigt am 23.07.2007

Abstract
Fragestellung: Gibt es Unterschiede in der Hirnanatomie bei affektiven und schizoaffektiven Störungen und korrelieren diese mit der ungünstigeren Prognose der Patienten mit gemischten Episoden? Bestehen nichtphysiologische Asymmetrien bei den Erkrankten und welchen Einfluss haben bestimmte Faktoren auf den Krankheitsverlauf und die Hirnatrophie?
Methode: Anhand eines standardisierten visuellen Auswerteverfahrens (CTRSS) wurden retrospektiv die CT-Aufnahmen von insgesamt 82 Patienten untersucht. Die Diagnosen wurden nach ICD-10 gestellt. In den einzelnen Diagnosegruppen war kein signifikanter Alters- und Geschlechtsunterschied vorhanden. Anamnestische Angaben entstammen den Patientenakten.
Befunde: Es ergab sich kein statistisch signifikanter Unterschied bei den Atrophiegraden der diagnostischen Untergruppen, numerisch zeigten Patienten mit schizoaffektiv gemischter Diagnose im Vergleich zu den Patienten mit schizoaffektiv nichtgemischter Diagnose eine größere kortikale Atrophie. Der Seitenvergleich der Hirnhemisphären erbrachte einen signifikanten Unterschied der Weite der Sylvischen Fissur unabhängig von der Diagnose. Patienten mit Verwandten ersten Grades die ebenfalls an einer affektiven Störung litten, erkrankten signifikant früher als Patienten ohne positive Familienanamnese.
Schlussfolgerung: Es gibt keinen im CT sichtbaren Zusammenhang zwischen dem Grad der Hirnatrophie und dem Auftreten von gemischten bzw. nichtgemischten Episoden. Die unterschiedlichen Verläufe der Krankheiten sind wahrscheinlich durch subtilere Ursachen zu erklären.

Question: Are there differences in the brain morphology between affective and schizoaffective disorders and are they related to the different outcome especially of patients with mixed episodes? Do patients develop atypical brain asymmetries and are there other causes eg. alcohol, number of episodes etc., which influence the outcome of the disease and brain atrophy?
Methods: cCT-scans of 82 patients were retrospectively analysed using a visual instrument (CTRSS). Patients were diagnosed with ICD-10 criteria. There was no group difference for age and sex. Other relevant data was collected from the patient records.
Results: In global tests there was no significant difference between the subgroups, although patients with mixed schizoaffective disorders showed greater brain atrophy than patients with nonmixed episodes. All patients had a significant larger left Sylvian Fissure. Patients with a positive family history of affective disorders are at the onset of illness significantly younger.
Conclusion: There is no relation between outcome of illness and brain atrophy which is visible on a routine CT-scan. Subtle changes can be probably found by using more sensitive methods.

Keywords:
bipolar affektive Störungen, schizoaffektive Störungen, gemischte Episoden, Sylvische Fissur, Hirnatrophie, CTRSS

bipolar affective disorders, schizoaffective disorders, mixed episodes, Sylvian fissure, brain atrophy, CTRSS

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Inhaltsverzeichnis
Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Verzeichnis der Abkürzungen
1. Einleitung (1-16)
2. Fragestellung der Arbeit (17)
3. Material und Methodik (17-24)
4. Ergebnisse (24-44)
5. Diskussion (44-58)
6. Limitationen der Studie (58-59)
7. Zusammenfassung der Ergebnisse (59-61)
8. Literaturangaben (62-74)
9. Thesen (75)