Klaus-Dieter Nehler

Auswirkungen des Wandels der Gesundheitspolitik in Deutschland in den letzen 5 Jahren auf die Stellung des Hausarztes

Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Medizin (Dr. med.) vorgelegt der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
verteidigt am 16.05.2008

Abstract
Die vorliegende Arbeit untersucht aus dem Blickwinkel der Hausärzte und Patienten die Veränderungen der Arzt-Patientenbeziehung in Deutschland in den letzten Jahren.
Dazu wurden insgesamt 200 Hausärzte und 500 Patienten interviewt.
Es sind deutliche Veränderungen in der Rolle des Hausarztes sichtbar, der zunehmend als Lebensberater fungiert und sich im psychologischen Spagat zwischen Ökonomie und persönlichen und gesellschaftlichen Ansprüchen an seine Tätigkeit befindet.
Zunehmend kritische und stärker informierte Patienten erfordern mehr Zuwendung und Aufklärung für die aber nicht genügend zeitliche Ressourcen zur Verfügung stehen.
Die Patienten verspüren den zunehmenden Druck, der auf den Hausärzten lastet und haben selbst nur geringe Kenntnisse zu den ökonomischen Rahmenbedingungen einer Hausarztpraxis. Diese Veränderungen sind das Ergebnis der Gesundheitspolitik der letzten Jahre, die auch häufig nicht als sachlich korrekte Information den Patienten erreicht.
Hintergrund dieser Entwicklung ist der von der Politik gewollte Sparkurs, der die defizitäre Situation der gesetzlichen Krankenkassen verbessern soll.
Diese Tendenzen und eine hinzukommende ungünstige Altersstruktur (Durchschnittsalter der Hausärzte 52,4 Jahre) können in absehbarer Zeit die Hausarztmedizin deutlich gefährden.

The purpose of this dissertation is the evaluation of changes in the physician-patientrelationship in Germany in the last years from the perspective of the general practitioner.
Therefore a total of 200 general practitioners and 500 patients were interviewed.
Distinct changes in the scope of duties of the general practitioner have become evident, for example the increasingly demanding task of "life-counselling" for the patients. Patients nowadays, who are more informed about diagnostic and therapeutic options and strategies, have a higher demand for information and higher expectations with regards to medical attendance. However, the general practitioners time for each individual patient is usually very limited. Hence, to meet personal, societal and economical demands on the practioners role becomes a balancing act for an increasing number of colleagues. Patients perceive the economic preassure on the practitioners offices but have only very limited knowledge about the general economic framework of the health-care system. The above mentioned changes are a result of the health-care policy of the last decade and especially a result of the extensive economies to ease financial deficits of the compulsory health insurance. These tendencies in combination with the age distribution of the general practitioners (mean 52,4 years) could compromise ambulatory health-care structures in a foreseeable future.

Keywords:
Stellung des Hausarztes, Gesundheitspolitik, Ärztebefragung, Patientenbefragung

Condition of the general practitioner, health-care policy, interview of general practitioners and patients

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Inhaltsverzeichnis
Titelblatt, Referat, Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung (1-11)
2. Material und Methode (11-16)
3. Ergebnisse (16-37)
4. Diskussion (38-44)
5. Zusammenfassung (45-46)
6. Literaturverzeichnis (47-52)
7. Anlage (53-74)
Thesen