Uta Mitsch

Untersuchungen zu extensiv bewirtschaftetem Ansaat- und Dauergrünland unter Beweidung durch Ochsen und Färsen. Schwerpunkt: selektive Futteraufnahme

Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades doctor agriculturarum (Dr. agr.) vorgelegt der Naturwissenschaftlichen Fakultät III der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
verteidigt am 02.02.2009

Abstract
Es stand die Frage, wie sich extensiv bewirtschaftete Ansaat- und Dauergrünlandbestände hinsichtlich Pflanzenbestandsstruktur und Futterqualität entwickeln und inwiefern Rinder durch selektives Fressen die Unterschiede und verminderte Futterqualität in der fortgeschrittenen morphologischen Entwicklungsphase auszugleichen vermögen. 26 ha Ansaat- bzw. Dauergrünland wurden in zwei Düngungsstufen (0 und 70 kg N/ha) durch Jährlinge beweidet. Schwerpunkt waren Untersuchungen zur Futterselektion hinsichtlich: Bestandeshorizonten (Schichtschnitt à 10 cm), aufgenommener Futterqualität (Kot-Nmethode sowie Schätzung der Energiekonzentration über EULOS) und Tierverhalten (Scan-Sampling). Zudem wurde die Unterscheidbarkeit der Artengruppen Gräser, Kräuter und Leguminosen mittels n-Alkanen (Alkanmethode) geprüft.
Die Rinder bevorzugten in überständigen Aufwüchsen blattmassereiche Horizonte, die v.a. im Bereich von 16,5 bis 36,5 cm Bestandeshöhe vorzufinden waren.
Energiekonzentration und Verdaulichkeit des aufgenommenen Futters lagen über denen im Mittel des Futterangebotes, wobei der Unterschied besonders gegen Ende einer Teilflächenbeweidung deutlich wurde. Die Rinder waren in der Lage, sehr lange ein hohes Futter-Qualitätsniveau zu halten.
Bezüglich des Tierverhaltens wurden im Verlauf der Teilflächenbeweidungen teils hochsignifikante Unterschiede verzeichnet: In beiden Düngungsvarianten nahm der relative Anteil des Fressens zu und der Liegezeit ab.
Die Aufwuchsschichten (verschiedene Pflanzenbestandteile/morphologische Stadien) wiesen teils große Unterschiede in Gesamtalkankonzentration und Alkanstruktur auf. Die Artengruppen ähnelten sich hingegen teilweise stark. Die Alkanmethode erwies sich daher mit der Unterscheidung ledig nach Artengruppen und für Untersuchungen von artenreichen, inhomogenen und teils überständigen Pflanzenaufwüchsen (differenzierte Schichten bzw. Pflanzenteile) zur Ermittlung einer artengruppenspezifischen Futterselektion als ungeeignet.
Die mittleren Lebendtagszunahmen lagen (außer 2005) mehr oder weniger deutlich über 1000 g LM/d, ohne klaren Vorteil einer der Düngungsvarianten. Die Schlachtkörper sowohl der Ochsen als auch der Färsen erreichten mit U und R gute Handelsklasseneinstufungen der Fleischigkeit (EUROP). Die angestrebte Fettklasse 3 wurde bei fast 80 % der Tiere erzielt.

The objective of this study was to figure out, how sown and native grassland develops under extensive pasturing (forage structure and quality) and how far cattle can compensate differences and lower feed qualities by diet selection. Two rotational stocking systems (0 versus 70 kg N/ha) with cattle yearlings were compared. Diet selection was the main focus of research: forage horizons (each 10 cm), selected feed quality (quality estimations based on faecal nitrogen versus forage quality by enzyme-insoluble organic matter) and animal behaviour (scan-sampling). Beside this n-alkanes were tested to be used to determine the forage components grass, herbs and legumes.
The forage horizons especially of overmatured forage were clearly different in terms of contained plant parts and feed quality. Horizons rich in leaves had best feed qualities. In overmatured forage cattle preferred horizons rich in leaves – mainly found at heights from 16,5 to 36,5 cm of the standing forage.
Energy concentration and organic matter digestibility of the selected diet was higher than in the mean forage offered. While finishing a paddock cattle were able to ingest high qualities pretty long.
Concerning animal behaviour high significant differences were found between first and last day of pasturing: While pasturing a paddock, with decreasing forage availability grazing time increased and time laying down decreased in both treatments.
Forage horizons (with differences in contained plant parts / morphological stages) showed partly high differences in n-alkane concentration and structure, while those of the forage components grass, herbs and legumes were partly similar. So with distinguishing only those three forage components on inhomogeneous, partly overmatured pastures rich in species, selection of forage components could not be determined by using n-alkanes.
Regarding the cattle’s daily live weight gain, in tendency no differences between treatments could be found - deviations varied between years. Beside in 2005, live weight gain averaged clearly more than 1000 g per day. Both steers and heifers reached with U and R good carcass classifications (EUROP-classification). Almost 80 % showed the optimum fat cover (class 3).

Keywords:
Rind, Grünland, Weide, Vegetation, Struktur, Qualität, Futterselektion, n-Alkane, Kot-Stickstoff, Verhalten

cattle, grassland, pasture, forage, structure, quality, diet selection, n-alkanes, faecal nitrogen, behaviour

Online-Dokument im PDF-Format (1.707 KB) mit integrierter Gliederung.

Inhaltsverzeichnis
Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Tabellenverzeichnis, Abbildungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis Anhang, Abbildungsverzeichnis Anhang, Abkürzungsverzeichnis, Verzeichnis der Pflanzennamen (4, I-XXI)
1 Einleitung und Problemstellung (1-4)
2 Einblick in die Literatur (5-30)
3 Material und Methoden (31-64)
4 Ergebnisse (65-128)
5 Diskussion (129-194)
6 Schlussfolgerungen (195-200)
7 Zusammenfassung / Summary (201-204)
8 Ausblick: Diverse Aspekte zum Komplex Weide (205-210)
9 Literaturverzeichnis (211-237)
Anhang (239-312)
Veröffentlichungen